Die Kawasaki ZX 12

Mit der ZX12R wollte Kawasaki mal wieder einen "Megawurf" starten, wie in den Jahren zuvor war und wofür Kawasaki mittlerweile auch bekannt ist .

1972 die legendäre 900 Z1: "Schnellstes Serienmotorrad der Welt"
1978 die Z 1300 galt lange als "das schwerste und stärkste Großserien-Motorrad der Welt"
1983 die GPZ 900R, "die mit Abstand schnellste 100 PS Maschine"
1988 die ZX10, das erste Motorrad von Kawasaki mit Alu-Rahmen
1990 die ZZR1100, das erste Serienmotorrad mit RamAir-System

2000 Die ZX12 R

Kawasaki hat sich mal wieder viel Zeit gelassen für die Entwicklung -
"Sie soll die schnellste, stabilste und stärkste Maschine mit dem besten Leistungsgewicht ihrer Klasse sein" -
und hat den einen oder anderen Termin zur Vorstellung der neuen ZX12 R platzen lassen (ist dies der Grund dafür, daß die ZX12 R am Anfang so zerrissenwurde?).
Bei der ZX12R ist Kawasaki mal wieder neue Wege gegangen. Um alles unter einen Hut zu bekommen, wurde ein neuer Rahmen entwickelt: ein sogenanntes Monocoque in mehrteiliger Bauweise.
Mit dem Monocoque wurden gleich mehrere Fliegen auf einmal erschlagen :-): man konnte das Motorrad sehr schlank halten trotz des doch recht breiten Motors, der Rahmen war den steil nach oben verlaufenden Einlasskanälen nicht im Weg und die Form des Rahmens lässt Raum für die Vorgaben.
An hochbelasteten Zonen wurde der Rahmen durch überlappende Bleche zusätzlich versteift, und zusammen mit dem Motor ergibt sich ein Rahmen, der die konventionellen Rahmen an Steifigkeit bei weitem übertrifft. Gleichzeitig konnte man zusätzliche Bauteile wie Luftfiltergehäuse und RamAir-System einsparen; sie wurden im Rahmen integriert, um auch hier Gewicht zu sparen.
An der ZX12R waren auch Flugzeugingenieure beteiligt (Kawasaki ist u.a. hauptsächlich in der Luftfahrt tätig; der Motorradbereich beträgt gerade mal 3%), um die Aerodynamik zu optimieren (Verkleidung, Flügel an der Verkleidung, Windabweiser unten an der Gabel )
Beim Motor wurden durch Magnesium und Aluminium ganze 12 Kilogramm gegenüber dem ZZR1100-Motor gespart, und trotzdem ist die ZX12R doch recht schwer geworden: 249kg vollgetankt und damit knapp unter der Konkurrenz von Suzuki.

MOTORRAD 17/2000 Test :
"Denn mit gemessenen 182 - in Worten: EINHUNDERTUNDZWEIUNDACHZIG - Pferdestärken, stempelt die Zwölfer Suzukis forschen Wanderfalken beinahe schon zur Friedenstaube. 1,37 Kilogramm pro PS sind wie versprochen Klassenbestwert."

motorrad reisen & sport Nr. 4/2000 : 24 Stunden, in denen der Motor niemals kalt wird:
"Trotz starker Böen - die Seitenempfindlichkeit der Kawa ist deutlich ausgeprägt. Dafür begeistert die Leistung"
"Manchmal glaube ich, dass Leistung nicht gewürdigt wird - oder nicht genutzt. Wie bei der Kawa ZX12R"

...und nach dem 24 Std.-Test (2227 km) und einem Leistungtest ist auf der Autobahn bei Kilometer 3014 der Motor hochgegangen !! :-(



   
   

© Peter Ehlert