Die Kawasaki ZX 11

Im Frühjahr 1990 kam dann die ZZR 1100 - oder auch ZX-11, wie sie in anderen Ländern eigentlich heißt. Die ZZR sollte aber nicht der Nachfolger der ZX10 sein; nein - sie sollte eine Ergänzung zur ZX10 sein, wobei die ZZR-Neuentwicklung auf der ZX10 basiert. Daher wohl auch der Name ZZR ?

Wie nun aber alle wissen, ist es anders gekommen:
Offen hatte die ZZR 1100 als C-Modell 1990 schon gewaltige 148 PS ( ZX10 "nur" 137 PS), die meines Wissens bei den D-Modellen in den Jahren danach bis auf 155 PS angestiegen sind. Da der Motor auf der ZX10 basiert, mußten einige Veränderungen vorgenommen werden, um das Leistungsplus zu realisieren.
Zunächst wurde die Bohrung von 74mm auf 76 mm vergrössert und der Hub blieb mit 58mm unverändert, somit ergab das einen Hubraum von 1.052 Kubik. Weiter wurden die Ein- und Auslaßventile und der Durchlaß der Keihin- Vergaser deutlich vergrößert.

Der Clou von Kawa war damals das neue Luftansaugsystem, auch "RAM-AIR" genannt. Dieses neue System hatte natürlich gleich zwei entscheidende Vorteile:
1. die Ansaugluft bleibt deutlich kühler als bei konventionellen Luftansaugsystemen
2. kühlere Luft bedeutet bessere Zylinderfüllung und somit mehr Leistung
Heute machen andere Hersteller das System nach - also kann es nicht verkehrt sein.
Trotz enormer Leistung liegt der Spritverbrauch bei Vollgas meist nicht über 10l und bei humaner Fahrweise und voller Zuladung schafft es ein Freund von mir, mit 5 Litern auszukommen - dabei ist er bestimmt nicht langsam unterwegs!
Die Gabelstandrohre wuchsen von 41 mm auf 43 mm und sind einstellbar, nur bei dem Federbein hat sich Kawa einen Lapsus erlaubt: zum Einstellen muß im schlimmsten Fall das Federbein ausgebaut werden, was bei der ZX10 wesentlich einfacher war. Leider stieg auch das Gewicht von 254 kg auf satte 264 kg an .

TIPP !!
Habt Ihr schon mal das Gefühl gehabt, daß die ZZR in Kurven leicht wegknickt ?
Alle ZZR's (zumindest alle, die ich und Freunde von mir getestet haben) - ob alt oder nagelneu aus dem Laden -, haben ein horizontales Spiel in der Schwinge, das man leicht feststellen kann, indem man die ZZR auf den Hauptständer stellt und die Schwinge leicht nach oben und unten drückt. Dann ist ein leichtes Spiel von ca. 2 - 4 mm zu spüren. Die Ursache dafür liegt in der Schwingenumlenkung. Die Lager und Buchsen haben zuviel Spiel und neue Lager oder neue Buchsen einzubauen bringt auf Dauer nichts. Ein Freund von mir hat das Spiel mit hauchdünnen U-Scheiben (1mm dick, 30mm Durchmesser, 10er Loch) wesentlich verringern können. Die Scheiben hat er zwischen die einzelnen Umlenkungen eingebaut ( je eine auf jeder Seite); allerdings muß ich dabei sagen, daß der Einbau mehr als schwierig ist.


Meinungen

von W. Nonn ("Wolle")zusammengetragen
Pressestimmen:

PS 6/97:

"Wenn der 152 PS starke Vierzylinder der ZZ-R 1100 6000/min anreißt, gibt es kein Halten mehr."
"Die ZZ-R 1100 ist die Verkörperung von schierer Gewalt. Kein Motor reißt so brutal vorwärts."
"Zwar zerrt die Japanerin bis etwa 5000/min eher verhalten an der Kette, doch darüber reißt sie brutal an und beschleunigt heiser schreiend ihre 275 kg Heavy Metal in 8,9 Sekunden von 0 auf 200 km/h."

MO 1/98:

"Immer noch ein dolles Ding, die große ZZ-R.Offen nicht nur ein brachialer Brüller, sondern auch das brave Kind zum alltäglichen Stadtstochern."

MOTORRAD 8/99:

"Die ZZ-R ist in die Jahre gekommen, doch schwingt sie immer noch den großen Hammer..."

Meine eigene Meinung:

Pro´s:
Motor, Getriebe, Bremsen, Komfort, Soziustauglichkeit, Reichweite, Windschutz Con´s:
Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten, Fahrwerk ist für "hartes" Fahren zu weich (Abhilfe durch Gabelfedern von White Power, Technoflex oder Öhlins bzw. durch Federbein von Technoflex oder Öhlins); Gewicht

zz-r11.JPG (24753 Byte)

Wolle`s
" Black Betty "
Bj. 1999 / ZZR 1100 D7

© Peter Ehlert